Warum das Herzohr verschliessen?
Das Herzohr ist eine kleine Ausstülpung im linken Vorhof des Herzens. Bei Vorhofflimmern kann sich das Blut dort stauen und es können sich Gerinnsel bilden. Diese Gerinnsel können ins Gehirn gelangen und einen Schlaganfall verursachen.
Ein Verschluss des Herzohrs kann dieses Risiko deutlich senken – besonders bei Menschen, die keine Blutverdünner einnehmen können oder möchten.
Vorteile des Herzohrverschlusses:
- Schutz vor Schlaganfällen
- Vermeidung einer langfristigen Blutverdünnung
- Geeignet bei hohem Blutungsrisiko
- Dauerhafte Lösung durch einen einmaligen Eingriff
Für wen ist der Eingriff geeignet?
Ein Herzohrverschluss kommt infrage, wenn:
- Sie Vorhofflimmern haben und ein erhöhtes Schlaganfallrisiko besteht,
- Sie Blutverdünner nicht vertragen oder bereits Blutungen hatten,
- Sie trotz Blutverdünner einen Schlaganfall erlitten haben,
- Sie dauerhaft auf diese Medikamente verzichten möchten,
- Sie ohnehin eine Katheterablation bei Vorhofflimmern planen.
Die Entscheidung wird individuell mit Ihnen getroffen – nach ausführlicher Beratung.
Zwei Wege zum Ziel: Katheter oder Operation
1. Katheterbasierter Herzohrverschluss
Dieser Eingriff erfolgt durch einen kleinen Zugang in der Leiste. Ein spezieller „Schirm“ wird über einen Katheter in das Herzohr eingesetzt und verschließt es dauerhaft – ohne offene Operation. Prof. Dr. Horst Sievert, einer der weltweit erfahrensten Spezialisten auf diesem Gebiet, bringt seine langjährige Expertise persönlich ein. Er war weltweit der Erste, der einen solchen Eingriff beim Menschen durchgeführt hat und hat das Verfahren entscheidend mitentwickelt.
2. Chirurgischer Herzohrverschluss
In bestimmten Fällen ist ein chirurgischer Verschluss sinnvoll. Dabei wird das Herzohr mit einem speziellen Clip („AtriClip®“) verschlossen. Prof. Dr. Sacha Salzberg war maßgeblich an der Entwicklung des AtriClip® beteiligt und hat 2007 die erste Implantation dieses Clips beim Menschen durchgeführt. Heute wird der Clip weltweit in der Herzchirurgie eingesetzt.
Wie läuft der Kathetereingriff ab?
- Zugang über die Leistenvene in Lokalanästhesie
- Über einen dünnen Katheter wird das Verschlusssystem in das Herzohr geführt
- Der Schirm wird im Herzohr platziert und entfaltet
- Ultraschallkontrolle (über die Speiseröhre oder über ein im Herzen platziertes Ultraschallgerät)
- Bei uns wird der Eingriff ambulant durchgeführt
Besonderheit bei uns:
Wir können den Herzohrverschluss unter Umständen mit einer Katheterablation gegen Vorhofflimmern kombinieren – alles in einem Eingriff.
Welche Systeme verwenden wir?
Wir verwenden moderne, bewährte Systeme, die weltweit eingesetzt werden:
- Watchman FLX® (Boston Scientific)
- Amplatzer Amulet® (Abbott)
- LAmbre® (Lifetech)
Vorteile
- Kein dauerhaftes Blutverdünnungsmittel mehr nötig
- Schutz vor Schlaganfall ähnlich effektiv wie Medikamente
- Eingriff ambulant
- Auch für ältere oder vorerkrankte Patienten geeignet
Wir klären Sie im persönlichen Gespräch genau über Chancen und Risiken auf.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Eingriff?
Der Kathetereingriff dauert meist 30–60 Minuten. Bei gleichzeitiger Ablation entsprechend etwas länger.Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?
Wir führen den Eingriff ambulant durch.Muss ich danach Medikamente einnehmen?
Für einige Wochen nach dem Eingriff werden oft zwei blutverdünnende Medikamente verabreicht (z. B. ASS + Clopidogrel). Danach oft nur noch eines – oder gar keines mehr.Wann kann ich wieder aktiv sein?
Leichte Bewegung ist meist am nächsten Tag möglich. Sport in der Regel nach einigen Tagen.Warum Sie bei uns in besten Händen sind
- Prof. Dr. Horst Sievert ist ein international anerkannter Pionier des katheterbasierten Herzohrverschlusses. Er hat den weltweit ersten Eingriff dieser Art durchgeführt.
- Prof. Dr. Sacha Salzberg war maßgeblich an der Entwicklung des AtriClip® beteiligt und hat die erste Implantation beim Menschen vorgenommen.
- Diese einzigartige Kombination von zwei führenden Experten in einem Zentrum ermöglicht eine individuelle Auswahl des für Sie besten Verfahrens.
- Unsere Behandlungen erfolgen mit modernster Technik, langjähriger Erfahrung und in enger Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt oder Kardiologen.
