Herz & Rhythmus Zentrum AG

Tachykardien

Von einer Tachykardie sprechen wir, wenn der Puls im Ruhezustand auf über 100 pro Minute steigt. Herzfrequenzen von mehr als 120/ min werden oft als Herzrasen empfunden. Je nach Art der Tachykardie kann eine ernstzunehmende Situation vorliegen. Deshalb sollte unbedingt eine Abklärung erfolgen.

Herzrasen - Die wichtigsten bradykarden und tachykarden

Die wichtigsten bradykarden und tachykarden Herzrhythmusstörungen

Wenn das Herz mit einer Frequenz unter 60 pro Minute schlägt, wird von einer Bradykardie gesprochen. Der normale Ruhepuls liegt zwischen 60 und 100 pro Minute. Er ist individuell sehr variabel und wird durch verschieden Faktoren beeinflusst (Geschlecht, Lebensalter, Fitnesszustand, Körpergewicht, Medikamente, ...). Das Herz pumpt wie ein unaufhörlich laufender Motor ständig sauerstoffangereichertes Blut durch den Körper. Unter Belastung sollte die Herzfrequenz ansteigen, wenn dies nicht ausreicht, wird von einer chronotropen Inkompetenz gesprochen. Sie ist meist Folge einer Erkrankung oder altersbedingten Degeneration des Haupttaktgebers des Herzen - des Sinusknotens. Führt dieser ungenügende Herzfrequenzanstieg oder eine Sinusbradykardie zu Symptomen wie Schwindel oder gar Ohnmachtsanfällen, kann die Implantation eines Herzschrittmachers helfen.

Von einer Tachykardie sprechen wir, wenn der Puls im Ruhezustand auf über 100 pro Minute steigt. Herzfrequenzen von mehr als 120/ min werden oft als Herzrasen empfunden und auch so beschrieben. Davon abzugrenzen sind Herzfrequenzanstiege, die bei körperlicher oder seelischer Belastung, aber auch z.B. bei Fieber auftreten und eine ganz normale physiologische Anpassungsreaktion darstellen, um den erhöhten Sauerstoffbedarf des Körpers zu entsprechen. Eine Tachykardie kann ihren Ursprung in den Hauptkammern des Herzens (Ventrikel) haben. In diesem Fall handelt es sich insbesondere bei vorbestehenden Herzerkrankungen oft um eine ernstzunehmende Situation, die unbedingt abgeklärt werden sollte. Bei Tachykardien aus den Vorhöfen kommt es viel seltener zu akuten Notfallsituationen. Aber auch hier sollte – insbesondere beim erstmaligen Auftreten – eine Abklärung der Art und der Ursache der Herzrhythmusstörung erfolgen.

Tachykardien aus den Vorhöfen

Sinustachykardien

Beschleunigungen der Aktivität des Haupttaktgebers des Herzens – des Sinusknotens - sind meist körpereigene Anpassungsreaktionen (Belastung, Stress) oder nichtkardiale Zustände wie Sauerstoffmangel, Schilddrüsenüberfunktion, Blutverlust und andere. Kommt es bereits bei geringer körperlicher Aktivität oder in Ruhe zu sehr schnellen Anstiegen des Sinusrhythmus, kann eine inadäquate Sinustachykardie vorliegen. Nicht selten liegt in diesem Fall eine Veränderung des Gleichgewichts des vegetativen Nervensystems und keine Rhythmusstörung im eigentlichen Sinne vor. Medikamente können vorübergehend helfen. Gute Erfahrungen gibt es mit spezifischem Training der Ausdauerleistung.

Ektope Atriale Tachykardie

Dieser Form der Rhythmusstörung des Vorhofs liegt eine erhöhte Automatie eines oder gelegentlich auch mehrerer Muskelzellverbände zugrunde. Diese hartnäckige Rhythmusstörung kann durch Medikamente oft nur ungenügend unterdrückt werden. Eine Katheter Ablation mit der gezielten Verödung des ursächlichen Fokus ist oft die Behandlungsmethode der Wahl.

Bei Vorhofflattern entstehen elektrische Kreiserregungen in den Vorhöfen – meist um die Dreisegelklappe (Trikuspidalklappe) zwischen rechtem Vorhof und rechter Hauptkammer (typisches Vorhofflattern). Der Puls wird regelmässig und schnell übergeleitet, die Herzfrequenz liegt im Mittel meist bei 150/min. Gelegentlich ist eine Kardioversion notwendig, aber die Katheter Ablation bietet in dieser Situation sehr gute Resultate und ist relativ einfach durchzuführen.

Vorhofflimmern ist eine absolute Arrhythmie. Hier findet sich eine chaotische Erregungsausbreitung mit wandernden Flimmerwellen in beiden Vorhöfen. Ursächlich sind oft altersbedingte Veränderungen der Feinarchitektur der Muskulatur insbesondere des linken Vorhofs. Ab etwa dem 50. Lebensjahr findet sich statistisch eine deutliche Zunahme der Wahrscheinlichkeit Vorhofflimmern zu entwickeln. Auslöser des Vorhofflimmerns sind fast immer Extraschläge oder Salven von Extraschlägen aus den herznahen Abschnitten der Lungenvenen. Diese vier Blutgefässe, deren Hauptfunktion der Transport des sauerstoffangereicherten Blutes aus den Lungen in das Herz ist, lassen sich durch eine spezielle Ablationstechniken (Lungenvenen- oder Pulmonalvenenisolation = PVI) elektrisch isolieren, was dazu führt, dass Vorhofflimmern nicht mehr ausgelöst werden kann. Hier handelt es sich um die Katheter Ablation oder die Chirurgische Ablation. Von einer Hybrid Ablation wird gesprochen wenn zwei verschiedene Techniken verbunden werden.

Atrioventrikuläre Tachykardien

Das sind Tachykardien, die bei Patienten mit einer angeborenen speziellen elektrischen anatomischen Variante der Erregungsüberleitung vom Vorhof auf die Hauptkammern auftreten können. Dazu gehören die AV-Konten Re-Entry Tachykardien und das Wolff-Parkinson-White (WPW-) Syndrom. Behandlung der Wahl ist auch hier die Katheter Ablation, bei der die zusätzlichen Leitungswege schonend und komplikationsarm verödet werden können.

Ventrikuläre Tachykardien

Bei allen Formen von Herzrasen oder Extraschlägen aus der grossen Herzkammer ist eine Abklärung der zugrunde liegenden Herzerkrankung absolut notwendig.

Ventrikuläre Extrasystolen (VES) sind Extraschläge aus der Muskulatur der Hauptkammern. Meistens sind sie gutartig, können aber zu Symptomen und Angst führen und sollten abgeklärt und im Verlauf kontrolliert werden. Problematisch sind häufiges Auftreten (mehr als 10% der Gesamtschläge des Herzens), Extraschläge aus bestimmten Regionen (z.B. Purkinje-Fasern) und die Assoziation an eine schwere Herzerkrankung. Es sollte deshalb immer folgendes ausgeschlossen werden: Durchblutungsstörung des Herzmuskels, Verdickung des Herzmuskels, Herzklappenfehler, Herzmuskelerkrankung, und Herzpumpschwäche.     

Häufige Ursachen für Kammertachykardien sind Narben der Hauptkammern nach Herzinfarkt und schwere Herzgefässveränderungen.

Ein Defibrillator biete den besten Schutz vor diesen malignen Tachykardien. 

Andere Ventrikuläre Tachykardien finden sich bei den seltenen genetischen rhythmologischen Erkrankungen wie Long-QT Syndrom, Short-QT Syndrom, Brugada-Syndrom und katecholaminabhängiger polymorpher ventrikulärer Tachykardie.

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Erfahrungen von Patienten

Chirurgische Ablation - TeleZüri Beitrag
Minimalinvasiver Eingriff bei Vorhofflimmern – Patient vor und nach dem EingriffWeitere Erfahrungsberichte
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