Was ist ein Schlaganfall?

Erleidet der Patient einen Schlaganfall, dann zählt jede Sekunde, da mit jeder Minute, die vergeht, Hirnzellen absterben. Ein Schlaganfall (auch „Hirnschlag“ genannt) kann viele Ursachen haben – Hauptauslöser ist jedoch in der Regel das Herz. Dank Prävention lassen sich Risikofaktoren minimieren und kontrollieren. Das Vorhofflimmern zählt dabei zu den grossen Risikofaktoren, da es Blutgerinnsel im linken Herzohr verursachen und somit den Schlaganfall auslösen kann.
Hirnschlag

Symptome und Risikofaktoren eines Schlaganfalls

Die verschiedenen Arten des Hirnschlags

Der Hirnschlag hat viele verschiedene Bezeichnungen, etwa Apoplex, Streifung, Schlaganfall, Insult oder auch Stroke, und tritt auf, wenn die Blutzufuhr zum Gehirn aufgrund einer Verstopfung unterbrochen wird. Mit dem Schlaganfall können divers Symptome wie Lähmungen, Gefühlsstörungen oder Blindheit auftreten.

  • Ischämischer Hirnschlag
    Diese Art Schlaganfall tritt am häufigsten auf. Ein ischämischer Hirnschlag entsteht, wenn Blutgerinnsel ein Gefäss verstopfen. Die Nervenzellen im betroffenen Bereich erhalten dann zu wenig Sauerstoff und können dadurch Schaden nehmen beziehungsweise nach einigen Minuten absterben.
  • Hirnblutung
    Eine Hirnblutung ist demgegenüber seltener. Hier wird ein Gefäss im Gehirn verletzt, woraufhin das Blut ungehindert ins Hirngewebe fliesst und somit das Hirn reizt – sowohl chemisch, als auch mechanisch.
  • Subarachnoidalblutung
    Die Subarachnoidalblutung entsteht, wenn ein Gefäss auf der Hirnhaut reisst, wodurch sich Blut zwischen Hirnhaut und Gehirn ansammelt. Dadurch entsteht Druck und dieser Druck ist verantwortlich für die nachfolgenden Symptome. 

Schlaganfall-Symptome

Ein Hirnschlag ist immer ein absoluter Notfall. Jede Minute zählt – es muss daher unbedingt schnell und richtig reagiert werden. Wählen Sie daher immer die Notfallnummer – die 144 für die Schweiz (= Sanitätsnotrufnummer), die 112 für Deutschland) und rufen Sie einen Krankenwagen. Die häufigsten Anzeichen für einen Schlaganfall sind:

Plötzliche Gefühlsstörung, Lähmung oder Schwäche-Lähmung in Gesicht, Armen oder Beinen (meistens nur auf einer Körperseite), Blindheit, verschwommene Sicht, doppelte Sicht, undeutliche Sprache, Schwierigkeiten, andere zu verstehen, Gangunsicherheit, Schwindel und heftige, ungewöhnliche und plötzlich auftretende Kopfschmerzen.

Transitorische ischämische Attacke (TIA)

Unter dem sogenannten „Mini-Hirnschlag“ (im schweizerischen Volksmund auch bekannt als „Schlägli“) versteht man eine Streifung, welche oftmals als eine Vorankündigung des richtigen Hirnschlags auftritt. Hier verschwinden die Hinrschlag-Symptome innerhalb von 24 Stunden wieder und hinterlassen keinerlei Spuren. Dennoch ist Vorsicht geboten und diese Vorankündigung sollte unbedingt ernst genommen werden. Es ist wichtig, in Erfahrung zu bringen, warum diese sogenannte transitorische ischämische Attacke aufgetreten ist beziehungsweise was die Ursache dafür ist.

Akute Behandlung eines Hirnschlags

Zeit ist Gehirn! Bis zu zwei Millionen Hirnzellen werden pro Minute während eines Hirnschlags für immer zerstört. Deshalb ist es wichtig, dass der Patient schnellstmöglich in eine spezialisierte Klinik inklusive einem sogenannten „Stroke Unit“ eingeliefert wird. Jede Minute zählt. Je schneller eine Behandlung erfolgt, desto grösser ist die Chance, dass der Betroffene mit möglichst wenig Folgeschäden überlebt.

Wenn die Untersuchungen ergeben, dass eine Hirnblutung ausgeschlossen werden kann, wird intravenös eine Thrombolyse (= eine medizinische Therapie, um neu durch Gerinnsel aufgetretene Verschlüsse von Blutgefäßen aufzulösen) durchgeführt, um das Gerinnsel (also die Thrombose), welches zum Hirnschlag geführt hat, aufzulösen. Bei grösseren Verschlüssen der zentralen Hirngefässe kann das Gerinnsel interventionell mit dem Katheter entfernt werden (als interventionell bezeichnet man Diagnose- oder Therapieverfahren, die – im Gegensatz zum konservativen Vorgehen – gezielte Eingriffe (Interventionen) am erkrankten Gewebe vornehmen, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen).

Risikofaktoren

Die nachfolgend aufgeführten Risikofaktoren können zu einem Schlaganfall führen:

Arterielle Hypertonie: Bluthochdruck führt zu geschädigten Gefässen, Blutungen und Gerinnseln.

Vorhofflimmern: Die häufigste Herzrhythmusstörung, die einen Schlaganfall verursachen kann. Aufgrund von Vorhofflimmern können sich Gerinnsel im linken Herzohr bilden: ausserdem kann die Einnahme von Blutverdünnern zu inneren Blutungen führen.

Andere Risikofaktoren sind: Erhöhte Blutfettwerte, ungesundes Essen, zu wenig Sport, Rauchen, Übergewicht oder das Schlaf-Apnoe-Syndrom. Hierbei handelt es sich im Übrigen auch um Risikofaktoren für das Vorhofflimmern. Das Hirnschlagrisiko lässt sich – ebenso wie das Vorhofflimmern-Risiko – mittels Kontrolle der Risikofaktoren deutlich reduzieren.

CHA2DS2-VASc-Score

Der sogenannte CHA2DS2-VASc-Score ist eine klinische Prädiktionsregel, die zur Abschätzung des Schlaganfallrisikos bei Patienten mit Vorhofflimmern eingesetzt wird. Dieser Score wird vor allem dazu verwendet, um zu bestimmen, ob die Einnahme eines blutverdünnenden Medikaments notwendig ist oder nicht. Eine hohe Punktzahl entspricht einem höheren Schlaganfallrisiko, eine niedrige Punktzahl folglich einem niedrigeren Schlaganfallrisiko. Weitere Informationen zu den Alternativen zur Einnahme eines Blutverdünners finden Sie hier.

Wenn Sie Ihren CHA2DS2-VASc-Score berechnen lassen möchten, dann klicken Sie bitte hier: CHA2DS2-VASc-Score

Notfall-Checkliste

Im Notfall sofort die 144 (in der Schweiz) oder die 112 (in Deutschland) anrufen. Jede Sekunde zählt!

Den Notruf anrufen

Prüfen, ob der Betroffene einen Hirnschlag hat

  • Bitten Sie die Person, zu lächeln. Wenn das Gesicht dabei einseitig verzogen ist, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gleichzeitig gehoben werden.
  • Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.

Zeigt der Betroffene Anzeichen für einen Schlaganfall, dann sollten Sie ...

  • sofort die 144 (Schweiz) oder die 112 (Deutschland) anrufen und angeben, dass der Verdacht auf Schlaganfall vorliegt!
  • den Betroffenen nicht alleine lassen, sondern ihn bequem mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern und beruhigen.
  • zu enge Kleidung lockern und lose Zahnprothesen entfernen.
  • dem Betroffenen nichts zu essen oder zu trinken geben, da der Schluckmechanismus gestört sein kann.
  • den Betroffenen im Falle von Erbrechen oder Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage bringen.
  • Puls und Atmung kontrollieren und – für den Fall, dass weder ein Puls tastbar noch die Atmung zu erkennen ist, sollten Sie zwingend sofort mit den entsprechenden Wiederbelebungsmassnahmen beginnen. Legen Sie den Betroffenen zu diesem Zweck auf einen harten Untergrund – etwa auf den Fussboden – und beginnen Sie mit der Herzdruckmassage und Beatmung.
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