PFO und kryptogener Schlaganfall – Ursache erkennen und behandeln
Wird bei einem Schlaganfallpatienten ein PFO nachgewiesen, sollte man streng genommen nicht mehr von einem kryptogenen Insult sprechen, denn das PFO liefert eine plausible Ursache für den Schlaganfall: eine paradoxe Embolie (ein Blutgerinnsel, das durch das PFO ins Gehirn gelangt). Wir haben vorgeschlagen (und viele internationale Experten folgen uns inzwischen), solche Fälle als „PFO-assoziierten Schlaganfall“ zu bezeichnen. Aufgrund der Ergebnisse zahlreicher Studien haben britische, europäische und US-amerikanische Leitlinien in den letzten Jahren ihre Empfehlungen angepasst und sprechen sich für einen PFO-Verschluss bei ausgewählten Schlaganfallpatienten ohne andere Ursache aus.
Der Katheter-Verschluss eines PFO dient dazu, weitere Schlaganfälle zu verhindern, indem das „Loch im Herzen“ dauerhaft geschlossen wird. Wichtig ist dabei, die Behandlung für den Patienten so schonend wie möglich zu gestalten.
Ambulanter, minimal-invasiver Eingriff ohne TEE-Belastung
Wir führen den PFO-Verschluss minimal-invasiv per Herzkatheter durch. Über die Leistenvene wird ein dünner Katheter bis zum Herzen vorgeschoben und dort das PFO verschlossen – eine Operation am offenen Herzen ist nicht erforderlich. In der Regel genügen eine örtliche Betäubung und evt. ein leichtes Beruhigungsmittel; eine Vollnarkose ist nicht notwendig. Dank einer von uns entwickelten Methode kommen wir in den meisten Fällen ohne transösophageale Echokardiographie (TEE) während des Eingriffs aus. Die Prozedur erfolgt primär unter Röntgendurchleuchtung (Fluoroskopie) und ggf. Kontrastmittel, sodass auf die Führung mittels Schluckultraschall verzichtet werden kann. Für unsere Patienten bedeutet das mehr Komfort, da die oft als unangenehm empfundene TEE-Untersuchung entfällt.
Der Eingriff selbst dauert meist weniger als eine halbe Stunde. Anschliessend beobachten wir den Patienten noch einige Stunden. In aller Regel kann die Entlassung am selben Tag erfolgen – der PFO-Verschluss ist also ein ambulant durchführbarer Eingriff.
Innovative Verschluss-Techniken: „Schirmchen“, Naht und resorbierbarer Occluder
Für den PFO-Verschluss stehen uns unterschiedliche moderne Techniken und Implantate zur Verfügung, die wir je nach individueller anatomischer Gegebenheit einsetzen. Unsere Experten gehören zu den weltweit erfahrensten auf diesem Gebiet und waren an der Entwicklung dieser Verfahren massgeblich beteiligt. Im Wesentlichen kommen bei uns folgende Methoden zum Einsatz:
- Klassischer Schirmchen-Occluder:
Hierbei wird ein Doppelschirm-Implantat aus einem feinen Nitinol-Geflecht über den Katheter in das Loch eingesetzt. Es entfaltet sich beidseits der Vorhofscheidewand und verschließt so das PFO sofort. Dieses bewährte Verfahren wird weltweit seit Jahrzehnten eingesetzt und hat eine hohe Erfolgsquote. Das Gewebe überwächst den kleinen „Schirm“ im Verlauf von Wochen, sodass ein dauerhafter Verschluss entsteht. Dieses Implantat verbleibt im Herzen, was in der Regel gut vertragen wird; allerdings bleibt ein Fremdmaterial dauerhaft zurück. - Katheter-Nahtverschluss (NobleStitch):
Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem kein Metall-Implantat im Herzen verbleibt. Stattdessen wird das Foramen ovale über einen speziellen Katheter mit einer chirurgischen Naht verschlossen. Zwei feine Fäden werden präzise durch die beiden Septumanteile (Vorhofscheidewand) gelegt und dann miteinander verknotet, um das PFO zuzubinden. Vorteile: Es bleibt kein Fremdkörper zurück, was mögliche Komplikationen durch Implantate (wie z.B. Herzrhythmusstörungen oder Nickelallergien) vermeidet. Außerdem wird die Vorhofscheidewand nicht durch ein Schirmchen „versperrt“, was spätere Eingriffe im Herzen (z.B. Ablationen oder Linksherzkatheter über das Septum) erleichtert. Ein weiterer Vorteil ist, dass dieser Nahtverschluss meist ohne echokardiographische Kontrolle in Echtzeit auskommt – in unkomplizierten Fällen ist also kein TEE oder intracardiales Echo nötigrevportcardiol.org. Die Führung erfolgt rein unter Röntgensicht mit Kontrastmittel und ggf. Ultraschall-Doppler-Test. Unsere Spezialisten verfügen über viel Erfahrung mit diesem NobleStitch-System und können so in geeigneten Fällen einen sehr schonenden Verschluss anbieten. - Vollständig resorbierbarer Occluder (MemoSorb®):
Hierbei wird ein neuartiger „Schirmchen“-Verschluss verwendet, der zwar ähnlich wie der klassische Doppelschirm funktioniert, jedoch aus vollständig abbaubarem Material besteht. Das Implantat löst sich nach einigen Monaten von selbst auf, nachdem das PFO vom eigenen Gewebe verschlossen wurde – es bleibt langfristig kein Material im Körper zurück. MemoSorb® ist der weltweit erste bioresorbierbare PFO-Occluder. Prof. Sievert und hat 2024 den ersten Eingriff in Europa mit diesem Occluder durchgeführt. In China wurde MemoSorb bereits bei über 3.000 Patienten erfolgreich eingesetzt, mit exzellenten Ergebnissen. Der MemoSorb-Occluder ist in Europa noch nicht regulär zugelassen (CE-Kennzeichnung ausstehend). Er besitzt jedoch bereits die Zulassung der chinesischen Behörden (NMPA 2023) und kann im Bedarfsfall im Rahmen einer individuellen Ausnahmegenehmigung eingesetzt werden. Gerne prüfen wir für geeignete Patienten diese Option.
Jahrzehntelange Erfahrung unserer Herzchirurgen
Unsere Patienten profitieren von der herausragenden Erfahrung unseres Teams. Prof. Dr. Horst Sievert gehört zu den international führenden Kardiologen im Bereich der interventionelles Kardiologie. Seit Jahrzehnten führt er PFO-Verschlüsse durch und war bereits an den ersten katheterbasierten Verschlüssen weltweit beteiligt. Mit persönlich über 80.000 durchgeführten Herzkatheter-Eingriffen zählt Prof. Sievert zu den erfahrensten Interventionalkardiologen weltweit. Er gilt als Pionier des PFO- und Vorhofseptum-Verschlusses sowie neuer Techniken wie der Nahtverschluss-Methode und dem Einsatz resorbierbarer Occluder. Dieses gebündelte Know-how kommt jedem einzelnen Patienten zugute. Sie können darauf vertrauen, dass Sie von Experten der weltweit führenden Klasse behandelt werden, die den PFO-Verschluss mit höchster Sicherheit und Expertise durchführen.
Fazit: Durch den katheterbasierten PFO-Verschluss – ambulant, ohne unnötige Belastungen und mit modernsten Verfahren – können wir Patienten mit PFO-assoziiertem Schlaganfall effektiv vor weiteren Insulten schützen. Dabei setzen wir auf individuell angepasste Therapiekonzepte und die langjährige Erfahrung unserer Spezialisten, damit Sie die bestmögliche, schonende Behandlung erhalten.
