Was ist eine AVNRT?
Da das Herz selbst strukturell gesund ist, bleibt die Pumpleistung meist erhalten. Die Tachykardie ist jedoch für Betroffene häufig als starkes, plötzliches Herzrasen spürbar und kann erhebliche Lebensqualität kosten.
Wer ist betroffen?
AVNRT tritt in jedem Lebensalter auf, bevorzugt jedoch bei jüngeren Erwachsenen und häufiger bei Frauen. Eine strukturelle Herzerkrankung liegt in der Regel nicht vor. Nicht selten berichten Patientinnen und Patienten über jahrelange Episoden, bevor die Diagnose gestellt wird.
Wie äussert sich eine AVNRT?
Die Episoden beginnen typischerweise plötzlich und enden ebenso abrupt. Charakteristische Symptome sind:
- Plötzliches, rasendes Herzschlagen (150–250/min)
- Enge oder Druck in der Brust
- Kurzatmigkeit
- Schwindel oder Benommenheit
- Harndrang kurz nach der Episode (durch hormonelle Reaktion auf den erhöhten Druck im Vorhof)
- In seltenen Fällen kurze Ohnmacht (Präsynkope / Synkope)
Wichtig: Ein plötzliches Einsetzen und ebenso abruptes Aufhören ist ein starkes Indiz für eine supraventrikuläre Tachykardie wie die AVNRT.
Wie wird die AVNRT diagnostiziert?
Die Diagnose erfordert in der Regel das Aufzeichnen eines EKGs während einer Episode. Da Episoden selten planbar sind, stehen folgende Methoden zur Verfügung:
12-Kanal-EKG im Anfall: Zeigt eine schmalkomplexige Tachykardie mit häufig nicht sichtbarer oder direkt hinter dem QRS-Komplex versteckter P-Welle.
Langzeit-EKG (24–48 Stunden oder länger): Sinnvoll bei häufigen Episoden.
Event-Recorder / implantierter Loop-Recorder: Bei seltenen, aber symptomatischen Episoden.
Elektrophysiologische Untersuchung (EPU): Goldstandard – sowohl zur definitiven Diagnose als auch als erster Schritt der Katheterablation. Im Herzkatheterlabor wird die Tachykardie gezielt ausgelöst und der Mechanismus präzise kartiert.
Behandlung der AVNRT
Akutmassnahmen bei einer Episode
Vagale Manöver können eine laufende AVNRT häufig unterbrechen: der Valsalva-Pressversuch (kräftig wie gegen verschlossene Atemwege pressen), Kältereiz im Gesicht (kaltes Wasser) oder die modifizierte Valsalva-Technik (Pressen in liegender Position mit angehobenem Oberkörper) sind einfach durchführbar und oft wirksam. Falls nicht ausreichend, kann Adenosin intravenös die Episode sofort terminieren.
Medikamentöse Dauertherapie
Betablocker oder Kalziumantagonisten (Verapamil, Diltiazem) können die Häufigkeit und Schwere der Episoden reduzieren. Sie sind jedoch keine Heilung – Rezidive sind häufig, und eine lebenslange Medikation ist für viele Patienten keine befriedigende Lösung.
Katheterablation – die definitive Lösung
Die Katheterablation der langsamen Leitungsbahn (Slow Pathway Ablation) ist die Therapie der Wahl. Sie bietet eine dauerhafte Heilungsrate von über 95 % und hat eine sehr niedrige Komplikationsrate. Das Verfahren dauert in der Regel 60–90 Minuten und erfolgt in lokaler Betäubung mit leichter Sedierung. Ein stationärer Aufenthalt ist in der Regel nicht erforderlich.
Bei Swiss Ablation führen wir die AVNRT-Ablation in unserem eigenen Hybrid-Herzkatheterlabor durch. Die hohe Fallzahl und langjährige Erfahrung unseres Teams gewährleisten optimale Ergebnisse bei minimalem Risiko.
Warum Swiss Ablation?
Herzrhythmusstörungen sind unser ausschliessliches Fachgebiet. Anders als in einer allgemeinen kardiologischen Praxis oder einem grossen Klinikum steht bei uns der Rhythmologe und Ablationsspezialist von der Erstdiagnose bis zur Nachsorge als direkter Ansprechpartner zur Verfügung – ohne Wartezeiten, ohne Weiterleitungen.
Wenn Sie an anfallsartigem Herzrasen leiden oder bereits eine Diagnose erhalten haben und eine Zweitmeinung wünschen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.
