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07.07.2019

Vorhofflimmern endgültig beseitigen?
Prof. Salzberg im Interview der SonntagsZeitung-Beilage

Medikamente reichen oftmals nicht um Vorhofflimmern zu beseitigen. Neue Ablations-Methoden, insbesondere die endoskopische Ablation ermöglichen bei hartnäckigem Vorhofflimmern ausgezeichnete Resultate zu erlangen.

Was ist Vorhofflimmern?


 Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung überhaupt. Sie betrifft ca. 1% der Gesamtbevölkerung, und ist eine Herzrhythmusstörung der kleinen Herzkammern. Durch eine chaotische elektrische Aktivität in den Vorhöfen wird keine synchrone Herzkontraktion erreicht und der Puls wird unregelmässig und als störend wahrgenommen. Vorhofflimmern verursacht verschiedene Symptome, wie Herzrasen, Herzstolpern, Atemnot. Oftmals unbemerkt bis es zu einer katastrophalen Komplikation wie einem Hirnschlag kommt. Deshalb ist die Früherkennung essentiell.

Wie entsteht Vorhofflimmern?

Dort wo die Lungen Venen in das Herz münden, entstehen die kleinen, lokalisierten elektrische Störimpulse, die dann die kleine Kammer (Vorhof) in ein elektrisches Chaos versetzen können. Die daraus folgende Abnahme der Pumpfunktion ist für den Leistungseinbruch und Symptome verantwortlich.

Welche Zielgruppe ist besonders gefährdet?

Es gibt bekannte Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Schilddrüsen Erkrankung aber auch andere nicht so bekannte «Trigger», welche Vorhofflimmern auslösen können. Intensiver und jahrelanger Hochleistungssport ist ein bekannter Risikofaktor, welcher zu einer Vernarbung des Vorhofs führt, was wiederum Vorhofflimmern unterstützt.

Wie wird Vorhofflimmern behandelt?

Der Grossteil der Patienten wird mit Medikamenten behandelt, welche zur Stabilisierung des Herzrhythmus eingenommen und zur Prophylaxe des Hirnschlags (Blutverdünner) dienen. Wenn keine lebenslange Medikation erwünscht, oder nicht ertragen wird, oder nicht effektiv sind, kann eine „Ablation“ empfohlen werden.

Was ist eine Ablation? Und welche Formen gibt es?

Das Ziel einer Ablation ist es, eine Lungenvenen-Isolation durch eine Narbe zu schaffen. Diese Narbe »sperrt» dann die störenden Signale, die das Vorhofflimmern verursachen können, in den Lungenvenen ein. Früher wurde die Narbe in einer komplexen Operation chirurgisch geschaffen. Heutzutage gibt es die Katheter-Ablation womit Strom (Radiofrequenz) oder Kälte (Cryothermie) «Energie» abgegeben wird, was zu der gewünschten Narbe führt. Einfaches Vorhofflimmern (Paroxysmal) kann so meistens in einer oder zwei Sitzungen erfolgreich behandelt werden. Bei hartnäckigem Vorhofflimmern (Perisistierendes Vorhofflimmern) ist die Situation schwieriger. Hier müssen Katheter-Ablationen oft mehrmalig durchgeführt werden und nicht selten kann die Situation nicht verbessert werden. Die chirurgische Ablation bietet hier eine sinnvolle Alternative.

Wie funktioniert die minimal-invasive, chirurgische Ablation?

Dank der Entwicklung der minimal invasiven, endoskopischen Techniken kann auch in der Herzchirurgie sehr schonend (und ohne Brustkorböffnung) operiert werden. Die Instrumente für die Ablation werden über kleine Inzisionen (Schnitte <1cm) in der Axilla mit Unterstützung einer HD-Kamera direkt zum Herz gebracht. Dann wird die «Energie» sicher und kontrolliert auf der Herzoberfläche abgegeben. Somit kann viel mehr «Energie» abgegeben werden und die Ablation ist viel effektiver. Am Ende des Eingriffs wird auch noch das linke Herzohr verschlossen, was den Patienten ermöglicht den Blutverdünner endgültig abzusetzten. Der Eingriff dauert in der Regel 1 ½ Stunden. Die Patienten verlassen die Klinik nach 3 Tagen.

Kann nach der chirurgischen Ablation tatsächlich auf den Blutverdünner verzichtet werden?

Ja! Das ist der grosse Vorteil des chirurgischen Eingriffs. In modernen Studien werden weit über 80% der Patienten von Vorhofflimmern und Medikamenten befreit. Wenn die chirurgische Ablation in Zusammenarbeit mit einem Elektrophysiologen im Hybrid-Verfahren durchgeführt wird steigen die Erfolgschancen noch weiter. Aber viel wichtiger ist, dass durch das Verschliessen des linken Herzohrs kein Blutverdünner mehr nötig ist. Viele Patienten empfinden dies als entscheidendes Argument sich einer Operation – im Gegensatz zu einer Katheter Ablation – zu unterziehen.

Fazit – Was empfehlen sie Patienten mit Vorhofflimmern?

Die Katheter Ablation ist nicht das gleiche wie die endoskopische (chirurgische) Ablation. Es handelt sich um ganz unterschiedliche Eingriffe – aber das Konzept ist dasselbe! Was klar ist, ist dass die Zusammenarbeit von Elektrophysiologen (Katheter-Ablation) und Herzchirurgen (endoskopische/chirurgische Ablation) essentiell ist um die besten Resultate für alle Patienten individuell zu erzielen. Im Herz & Rhythmus Zentrum ist dies gewährleistet. Wir stehen allen Patienten und auch Kollegen als Team für Beratungen gerne zur Verfügung.

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