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22.07.2021

Hybrid-Operation gegen Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung überhaupt. Wenn Medikamente nicht helfen, oder anstelle dessen, kann eine Ablation in Betracht gezogen werden, um das lästige Vorhofflimmern in den Griff zu bekommen.

Fachbeitrag im Gesundheitsratgeber (Zeitschrift Schweizer Familie) vom 15. Juli 2021.

Vorhofflimmern (VHF) findet sich in den Industrieländern bei mehr als ein Prozent der Bevölkerung. Ausgelöst wird das VHF meist durch Extraschläge, die zu mehr als 95 Prozent aus versprengten Herzmuskelzellen in den Lungenvenen kommen. Der resultierende unregelmässige und oft auch schnelle Herzschlag erzeugt Symptome wie Herzstolpern, Herzrasen, Atemnot und Angst. Bei der Behandlung des VHF geht es um drei Dinge: Verhinderung eines Schlaganfalls, Vermeidung von Langzeitschäden und um die Verbesserung der Lebensqualität.

Behandlungsstrategien

Die Behandlung von Patienten mit VHF erfolgt entweder medikamentös oder invasiv über eine Ablation. Vielen symptomatischen Patienten wird die Katheter-Ablation als effektivste Therapieoption empfohlen. Somit ist – je nach Situation – eine invasive Strategie eventuell schon vor der Einnahme von Medikamenten möglich. 

Katheter-Ablation

Der Eingriff wird unter lokaler Betäubung durchgeführt. Mit einem Katheter, der über die Leiste ins Herz vorgeschoben wird, kann eine elektronische Landkarte aus dem Herzinnern gewonnen werden. Mit diesem präzisen Bild der Herzrhythmusstörung kann dann das verantwortliche Gewebe verödet werden, sodass die Herzrhythmusstörung terminiert wird. Dieser Eingriff wird «Lungenvenenisolation» genannt und ist der Grundbaustein der Vorhofflimmer-Ablation. In bestimmten Fällen, und um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, können mehrere Eingriffe notwendig sein.

Elektrophysiologische Landkarte (3D Mapping) vom linken Vorhof. Die roten Punkte sind die Ablatonspunkte. Dort entstehen Narben, die zur elektrischen IsolaFon führen. Das ist die LungenvenenisolaFon, der Grundbaustein der Vorhofflimmer AblaFon.

Chirurgische Ablation

Bei hartnäckigen Fällen lässt sich auf eine einzigartige Methode zurückgreifen. Die chirurgische Ablation ist eine minimal-invasive Operation. Sie wird durch Herzchirurgen unter Vollnarkose durchgeführt. Durch kleine Schnitte an der Brustwand werden Kamera und Instrumente eingeführt, um dann auf der Herzoberfläche ähnliche Verödungen durchzuführen wie bei der Katheter-Ablation. Am Ende des Eingriffs entsteht die Lungenvenenisolation. Zusätzlich wird das linke Herzohr entfernt, was den grossen Vorteil hat, dass nach dem Eingriff kein Blutverdünner notwendig ist.

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Die chirugische Ablation wird im Operationssaal unter Vollnarkose durchgeführt. Mit einer Kamera und zwei Instrumenten gelangen die Chirurgen an die Herzoberfläche, wo schonend Energie appliziert (Verödung) und das Herzohr abgetrennt wird. 

Therapeutischer Hybridansatz

Die Zusammenarbeit von Elektrophysiologen (Kardiologe) und Herzchirurgen offeriert eine signifikante Erweiterung der Möglichkeiten insbesondere für Patienten mit komplexem VHF. Diese neue und innovative Zusammenarbeit wird «HeartTeam» genannt und basiert auf einem therapeutischen Hybridansatz. Swiss Ablation steht für diesen Ansatz. Ob zuerst chirurgisch oder nicht-chirurgisch interveniert wird, hängt von der individuellen Situation ab. Oft sind die ursprünglich geplanten zweiten Eingriffe nicht mehr nötig. Neueste Studien zeigen, dass die Kombination beider Verfahren die Ergebnisse bei der interventionellen Behandlung von VHF deutlich verbessern kann. 

Patientensicherheit im Fokus

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Hybrid-Eingriff bei VHF durchzuführen. Das Swiss Ablation verfolgt das sogenannte «Staged Hybrid»-Konzept. Das bedeutet, dass elektrophysiologische und chirurgische Interventionen zeitlich getrennt und nur bei Bedarf durchgeführt werden. Das führt zu einer Vermeidung überflüssiger Ablationen und erhöht damit auch langfristig die Sicherheit für den Patienten, ohne die Effektivität dieses Konzepts zu vermindern. Im Mittelpunkt steht dabei, den Patienten so effektiv wie nötig und so schonend wie möglich zu behandeln.




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